Keiner ist ohne Schuld - Familiensaga / Karin Bottke

Endlich - nach vielen Jahren - ist das Projekt abgeschlossen, der endgültige Titel ist gefunden:

Keiner ist ohne Schuld.

In drei Kapiteln mit voraussichtlich 48 Untertiteln auf 346 Seiten können Sie im Frühjahr 2019 die Familiensaga der Hellmigs nachlesen. Dann wird der Roman im Buchhandel und auf Lesungen verfügbar sein.


Sie lernen die Protagonistin Maren Brunjis kennen. 1957 in Hamburg geboren, verwaist, in ihrer Kindheit missbraucht, leidet sie seither unter Ängsten und Panikattacken. Ein Mädchen, das es nach Mainz in ein Kinderheim verschlagen hat, das mit 15 Jahren erneut in Gefahr gerät, und in der Familie Hellmig Geborgenheit erfährt. Die Eifel wird nun ihre Heimat. Aber der Schritt in ein neues Leben fällt ihr schwer.

Konfrontiert mit Schuld und Tod sorgt Maren für Aufregung. Und je mehr Jahre vergehen, umso heftiger leiden, bangen und hoffen die Hellmigs mit der jungen Frau, die nicht zu sich selbst finden kann. Liebe Menschen gehen verloren. Was bleibt sind die Träume, die Angst, bevor Maren die dargereichten Hände zögernd ergreift.

Eines Tages macht sie bei einem Puppendoktor eine Entdeckung. Die Erinnerung an Dorle - an eine Puppe, die einst für Maren der einzige Trost in all der Verlassenheit gewesen war - führt eine schicksalhafte Wende herbei. Maren hatte einmal gesagt, Liebe ist wie Hass, nur viel schlimmer. Das bestätigt sich erneut. Die Suche nach ihren Wurzeln wird begleitet von Misstrauen, von Intrigen und Lügen.
Die Angst vor Nähe lässt sich behandeln - aber die Angst vor der Angst bleibt. Das Kartenhaus ist eingestürzt. Die Schuld hat die biedere Moral eines Familienclans eingeholt. Liebe oder Lüge? Gewinn oder Verlust? Geht die Rechnung am Ende auf?

 

Hat der Löwe noch gebrüllt? Das war der Arbeitstitel, die Idee. Inzwischen hat sich nicht nur die Überschrift verändert. Die Protagonisten haben sich selbstständig gemacht, haben ein Eigenleben entwickelt. Der Löwe, der in Maren Brunjis Träumen brüllte, bedrängt sie noch immer, geistert durch ihr Unterbewusstsein. Da hilft auch die grüne Lunge der Eifel nicht wirklich. Zumal Maren, der Not gehorchend, den Schutz des Dorfes am Rande des Höhenzuges gegen die Steinwüste der Stadt Trier tauschen muss. Doch die alten Römer haben großartiges hinterlassen. Und wider Erwarten erlebt Maren in dem Ort an der lieblichen Mosel bezaubernde Kaiser-Augustus-Tage. 

Sie will endlich leben!
Ob ihr das gelingt?
 

 

EINE Lüge bleibt niemals allein.

Sie zwingt zu neuen Lügen, zum Verschweigen, zum Vertuschen.
Warum werden die Hellmigs nach Jahrzehnten von der Vergangenheit eingeholt?
Nur weil ein Mädchen namens Maren Brunjis auftaucht?
Weil ein Verbrechen geschieht? Weil es nicht das einzige Verbrechen ist?

"Ruhen lassen", sagt die Versuchung.
"Reinen Tisch machen", sagt das Gewissen.

So wie eine Lüge die nächste gebiert, so zwingt Schuld zu neuer Schuld.
Ein Teufelskreis.

"Es wird nichts mehr, wie es war", sagt die Reue.
"Ihr hättet besser Stillschweigen bewahrt", sagt die Feigheit.
"Anhören und verzeihen", sagt die Liebe und übt sich in Geduld.

Auch dieser zweite Cover-Entwurf ist noch nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Grundgedanke war die Zerrissenheit eines -  in der Welt der Erwachsenen -  hilflosen Kindes, das Trost suchend sein Spielzeug an sich drückt. Das Kartenhaus hat mich lange beschäftigt. Den Titel gibt es bereits. Den Titel Schuld allerdings auch. Als Arbeitstitel war es okay. Aber dann?

Inzwischen hat Monika Herzog - eine Künstlerin, die u.a. Collagen am PC herstellt - die Arbeit übernommen und ein klares, aussagestarkes Bild gezaubert.
Natürlich wird das Titelbild erst veröffentlicht, wenn das Buch im Frühjahr erscheinen wird.
Muss ja nicht alles gleich verraten werden :-) 

 

Die ersten Sätze:

War ich hier nicht immer geborgen, fragte sich Maren verzweifelt. Zwar ohne Eltern, ohne familiäre Bindung, aber eingebettet in ein soziales System; klaren Regeln unterworfen. Sie kannte es seit Jahren nicht anders, hatte sich angepasst.
Vor einigen Tagen war jener Viktor aus dem Nichts aufgetaucht, der ihr fremd war, den sie aus ihren Träumen zu kennen meinte. Träume, die sie beherrschten, bedrückten von Kindheit an. Dieser Viktor, dominierend, großspurig und begütert, wie es schien. Einen jeden mit seinen geschwollenen Reden einwickelnd.
Was er so unvermittelt in Maren weckte, konnte sie nicht deuten. Ein Gefühl. Es war da, erschreckte sie, schnürte ihr die Kehle zu. Er würde die Waise aus dem Mainzer Internat in das Haus der entfernten Verwandten zurück nach Hamburg bringen, hatte er angekündigt. Es sei an der Zeit.
Der gute Name der Reederei Oltmann war erhaben über jeden Zweifel. Die Papiere, die Viktor Oltmann vorgelegt hatte, waren in Ordnung, die Formalitäten schnell erledigt. Die Übergabe der menschlichen Ware, denn nichts anderes schien sie für ihn zu sein - diese Übergabe war vollzogen worden.