Mit mir kann man(n) Pferde stehlen

Mit mir kann man(n) Pferde stehlen war 2014 als eBook auf Neobooks in den TOP10 und im Lektorat. Alle Rechte am Buch  (auszugsweiser Nachdruck, fotomechanische Wiedergabe und Übersetzung) vorbehalten.

TB, edition-winterwork, 174 Seiten,
ISBN 978-3-86468-881-2
zum Preis von 7,90 €
© 2013 by Karin Bottke

Sollten Sie die Örtlichkeiten wiedererkennen, das Dorf mit dem Steinbruch, Helmstedt mit den Häusern und Straßen, das Theater im Brunnental – so ist es gewollt. Allerdings sind Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder bereits verstorbenen Personen nicht beabsichtigt und reiner Zufall.
Obwohl … Wenn ich so an damals denke, als ich meine Hefte in einem Buchladen der Helmstedter Innenstadt kaufte, als die Geschäfte der Neumärker Straße in ihrer Vielfalt keine Wünsche offen ließen. Aber beurteilen Sie es selbst.
Sie kennen Helmstedt nicht? Das ist schade. Aber es ist für die Lektüre nicht so wichtig, denn es hätte sich in jeder anderen Kleinstadt ebenso abspielen können. Eine junge Frau, die sich trotzig aus der dörflichen Enge befreit, sich von der Mutter abnabelt, Enttäuschungen erlebt.

Andrea Lübbe nimmt das Leben nicht leicht. Doch sie ist ein prima Kumpel, eine Frau, mit der man Pferde stehlen kann. Sinnbildlich, versteht sich! Nicht, dass Sie auf Reiterferien oder auf einen Dieb hoffen. Natürlich, Sie wissen, dass es eine Metapher ist. Ich sage es auch nur, weil ich diesbezüglich gefragt wurde und weil das weltweite Netz mich als potenziellen Kunden für diverses Zubehör erkannt hat. Dieser Irrtum tut mir leid. Aber so ist Andrea nun mal.
Covergestaltung Monika Herzog
nach einer Zeichnung von Karin Bottke

Die einzelnen Kapitel beginnen jeweils mit einem Gedicht. Der Blick vom Juleumsturm ist allerdings in unserer Anthologie "Von Zeit zu Zeit unterwegs zwischen Harz und Heide" zu finden.

Schau ich vom Juleumsturm
nieder auf die Gassen,
friedlich kleine Menschlein
sich dort treiben lassen.

Blicke ich zum Himmelszelt
über all die Dachgebilde,
über Giebel, Gauben, Traufen,
denk ich an die Handwerksgilde.

Sehe ich die Häuserreihen
wie die Zinnsoldaten,
dicht bei dicht, verschieden hoch,
Fachwerk wohlgeraten.

Hör das Pflaster ganz betreten
von erlauchten Füßen sagen.
Fühle mich beäugt von Fenstern,
die ihr Kreuz geduldig tragen.

Und ich frage in die Augen,
frage in versperrte Türen,
frage in die alten Balken,
ließe mich so gern verführen.

Vernehme wispernd ihre Stimme,
lausche ihrem Ächzen, Raunen.
Schärfe alle meine Sinne.
Und die Sinne staunen – staunen.

Ganz recht, das Hintergrundbild ist der Juleumsturm, der an mehreren Wochenenden zum Besteigen freigegeben ist. Dann haben Sie die Möglichkeit, besagte Aussicht auf die Stadt zu genießen. Bei schönem Wetter reicht der Blick weit in die waldige Landschaft bis zum Harz.
Abschließend ein kleines Liebesgedicht aus obigem Buch. Andrea hat es für Bernhard geschrieben, obwohl ... Ursprünglich hatte ich es an meinen Mann adressiert. Aber das verrate ich niemandem!

Ich denke DU - ich fühle DU
Ich freue mich nur immerzu
Wenn ich dich seh  

Bist DU mir bös - bist DU mir fern
Sehn ich mich so
Ich hab dich gern 

Wer sagt das gibt sich - irrt sich sehr
Der erste Tag ist lange her
Ich lieb dich noch 

Ich denke DU - ich fühle DU
Du bist mein Leben - meine Ruh
Bist Heimat mir und Halt